Seit den 1930ern

Geschichte

Aus einem Fischteich wurde ein Freibad, aus einem Leserbrief eine Bürgerinitiative und aus der drohenden Schließung ein Bad, das sich selbst trägt.

Zeitstrahl

Neun Jahrzehnte Eckbusch

Seitlich scrollen oder wischen: die Farbe kehrt mit den Jahrzehnten zurück.

1930er
Ein größerer Fischteich

Ein größerer Fischteich

Das Eckbusch entsteht als beliebtes Ausflugsziel in Wuppertal. Das Schwimmbecken ist zunächst noch ein etwas größerer Fischteich.

1940–50er

Gepflastert statt Tümpel

Mit steigenden Gästezahlen wird aus dem einstigen Tümpel ein gepflastertes Schwimmbecken. Die Straßenbahnlinie 3 ist der Hauptzubringer.

1960er

Erstes mit Umwälzanlage

Das Becken wird betoniert und blau gestrichen. Mit der neuen Umwälzanlage ist das Eckbusch das erste Freibad Wuppertals mit dieser Filtertechnik.

1989

Die Sparpläne

Am 21. November veröffentlicht der General-Anzeiger die Sparpläne der Stadt, darin die Schließung des Freibads. Robert Brinks schreibt einen Leserbrief. Am 8. Dezember trifft man sich in der Gaststätte am Freibad.

1990

2000 Unterschriften

Eine Bürgerinitiative sammelt über 2000 Unterschriften. Im Mai öffnet das Bad wieder. Am 10. November legt ein Demonstrationszug stellenweise die Nevigeser Straße lahm.

1991

Der Verein wird gegründet

Am 22. März gründen die Familien Mühlhoff, Hagemann, Gerhard, Brinks, Horn, Gust und viele andere den Förderverein. Kassendienst, Grünpflege und Reinigung übernehmen fortan Ehrenamtliche.

1993/94
Ausgezeichnet

Ausgezeichnet

Das Jugendamt verleiht das Prädikat „Kinderfreundlich“, ein Jahr später folgt der Gesundheitspreis der AOK. Die Bushaltestelle wird in „Freibad Eckbusch“ umbenannt.

2010

Die Stadt gibt auf

Aufgrund der Haushaltslage zieht sich die Stadt Wuppertal aus dem Betrieb des Bades zurück.

2011
Wir machen selbst

Wir machen selbst

Im April wird die Freibad Eckbusch gemeinnützige Betreibergesellschaft mbH gegründet. Gesellschafter ist zu 100 % der Förderverein. Seitdem ist das Eckbusch ein echtes Bürgerbad.

Heute
Jeden Sommer wieder

Jeden Sommer wieder

Rund 590 Mitglieder, etwa 13.000 € Investition pro Jahr und eine um 52 % verbesserte Kostendeckung. Die Gästezahlen sind seit der Gründung um rund die Hälfte gestiegen.

Eine Erfolgsgeschichte

Wie das Eckbusch gerettet wurde

Am 21. November 1989 veröffentlichte der General-Anzeiger der Stadt Wuppertal erstmals die Sparpläne der Verwaltung. Unter anderem war darin die Schließung des Freibads Eckbusch erwähnt. Das ging Robert Brinks (verstorben im November 2005) gegen die Hutschnur, und er ließ seinem Ärger in einem Leserbrief freien Lauf.

Viele Menschen am Eckbusch dachten genauso. Einige von ihnen trafen sich am 8. Dezember 1989 in der Gaststätte Freibad Eckbusch zu einem ersten Meinungsaustausch darüber, wie man eine mögliche Schließung verhindern könnte. Eine Bürgerinitiative formierte sich, mehr als 2000 Unterschriften wurden gesammelt, die politischen Parteien mit Briefen bombardiert.

Am 21. Dezember 1989 beschloss die Bezirksvertretung Uellendahl/Katernberg einstimmig, sich für den Erhalt des Bades einzusetzen.

Im Mai 1990 konnte aufgeatmet werden: Das Freibad wurde wieder geöffnet, weil die Verwaltung offenbar nicht mit so viel Widerstand gerechnet hatte. Im August organisierte die Bürgerinitiative ein großes Sommerfest, dessen Erlös in die Attraktivität des Bades floss. Der Demonstrationszug am 10. November 1990 legte stellenweise sogar den Verkehr auf der Nevigeser Straße lahm.

Vom Protest zum Verein

Die Stadtverwaltung drängte darauf, eine feste Ansprechperson zu haben. Mit einer Bürgerinitiative waren Verhandlungen nur eingeschränkt möglich. So wurde Ende 1990 ausgelotet, wie sich ein Förderverein gründen ließe, und am 22. März 1991 war es durch die Initiative der Familien Mühlhoff, Hagemann, Gerhard, Brinks, Horn, Gust und vieler anderer so weit.

Ziel war die Steigerung der Attraktivität bei gleichzeitiger Senkung der Betriebskosten. Kinderspielgeräte, Sprungbrett und Kinderrutsche wurden angeschafft, Umkleiden und Sanitärbereich saniert, ein Kinderspielplatz angelegt. Kassendienst, Grünanlagenpflege und Reinigung übernahmen die Vereinsmitglieder ehrenamtlich. Das half, die Personalkosten der Stadt drastisch zu reduzieren.

Die Anerkennung kam von mehreren Seiten: 1993 verlieh das Jugendamt dem Bad das Prädikat „Kinderfreundlich“, 1994 folgte der Gesundheitspreis der AOK. Die Bushaltestelle „Am Ringelbusch“ wurde von den Stadtwerken offiziell in „Freibad Eckbusch“ umbenannt.

Heute

Die Kostendeckung des Freibads hat sich seit Bestehen des Vereins um etwa 52 % verbessert, die Gästezahlen sind um rund 50 % gestiegen. Aufgrund der Haushaltssituation hat die Stadt das Bad 2010 aufgegeben. Seitdem unterstützt der Förderverein den Betrieb durch die wirtschaftlich eigenständige Freibad Eckbusch gemeinnützige Betreibergesellschaft mbH.