Ein größerer Fischteich
Das Eckbusch entsteht als beliebtes Ausflugsziel in Wuppertal. Das Schwimmbecken ist zunächst noch ein etwas größerer Fischteich.
Seit den 1930ern
Aus einem Fischteich wurde ein Freibad, aus einem Leserbrief eine Bürgerinitiative und aus der drohenden Schließung ein Bad, das sich selbst trägt.
Zeitstrahl
Seitlich scrollen oder wischen: die Farbe kehrt mit den Jahrzehnten zurück.
Das Eckbusch entsteht als beliebtes Ausflugsziel in Wuppertal. Das Schwimmbecken ist zunächst noch ein etwas größerer Fischteich.
Mit steigenden Gästezahlen wird aus dem einstigen Tümpel ein gepflastertes Schwimmbecken. Die Straßenbahnlinie 3 ist der Hauptzubringer.
Das Becken wird betoniert und blau gestrichen. Mit der neuen Umwälzanlage ist das Eckbusch das erste Freibad Wuppertals mit dieser Filtertechnik.
Am 21. November veröffentlicht der General-Anzeiger die Sparpläne der Stadt, darin die Schließung des Freibads. Robert Brinks schreibt einen Leserbrief. Am 8. Dezember trifft man sich in der Gaststätte am Freibad.
Eine Bürgerinitiative sammelt über 2000 Unterschriften. Im Mai öffnet das Bad wieder. Am 10. November legt ein Demonstrationszug stellenweise die Nevigeser Straße lahm.
Am 22. März gründen die Familien Mühlhoff, Hagemann, Gerhard, Brinks, Horn, Gust und viele andere den Förderverein. Kassendienst, Grünpflege und Reinigung übernehmen fortan Ehrenamtliche.
Das Jugendamt verleiht das Prädikat „Kinderfreundlich“, ein Jahr später folgt der Gesundheitspreis der AOK. Die Bushaltestelle wird in „Freibad Eckbusch“ umbenannt.
Aufgrund der Haushaltslage zieht sich die Stadt Wuppertal aus dem Betrieb des Bades zurück.
Im April wird die Freibad Eckbusch gemeinnützige Betreibergesellschaft mbH gegründet. Gesellschafter ist zu 100 % der Förderverein. Seitdem ist das Eckbusch ein echtes Bürgerbad.
Rund 590 Mitglieder, etwa 13.000 € Investition pro Jahr und eine um 52 % verbesserte Kostendeckung. Die Gästezahlen sind seit der Gründung um rund die Hälfte gestiegen.
Eine Erfolgsgeschichte
Am 21. November 1989 veröffentlichte der General-Anzeiger der Stadt Wuppertal erstmals die Sparpläne der Verwaltung. Unter anderem war darin die Schließung des Freibads Eckbusch erwähnt. Das ging Robert Brinks (verstorben im November 2005) gegen die Hutschnur, und er ließ seinem Ärger in einem Leserbrief freien Lauf.
Viele Menschen am Eckbusch dachten genauso. Einige von ihnen trafen sich am 8. Dezember 1989 in der Gaststätte Freibad Eckbusch zu einem ersten Meinungsaustausch darüber, wie man eine mögliche Schließung verhindern könnte. Eine Bürgerinitiative formierte sich, mehr als 2000 Unterschriften wurden gesammelt, die politischen Parteien mit Briefen bombardiert.
Am 21. Dezember 1989 beschloss die Bezirksvertretung Uellendahl/Katernberg einstimmig, sich für den Erhalt des Bades einzusetzen.
Im Mai 1990 konnte aufgeatmet werden: Das Freibad wurde wieder geöffnet, weil die Verwaltung offenbar nicht mit so viel Widerstand gerechnet hatte. Im August organisierte die Bürgerinitiative ein großes Sommerfest, dessen Erlös in die Attraktivität des Bades floss. Der Demonstrationszug am 10. November 1990 legte stellenweise sogar den Verkehr auf der Nevigeser Straße lahm.
Die Stadtverwaltung drängte darauf, eine feste Ansprechperson zu haben. Mit einer Bürgerinitiative waren Verhandlungen nur eingeschränkt möglich. So wurde Ende 1990 ausgelotet, wie sich ein Förderverein gründen ließe, und am 22. März 1991 war es durch die Initiative der Familien Mühlhoff, Hagemann, Gerhard, Brinks, Horn, Gust und vieler anderer so weit.
Ziel war die Steigerung der Attraktivität bei gleichzeitiger Senkung der Betriebskosten. Kinderspielgeräte, Sprungbrett und Kinderrutsche wurden angeschafft, Umkleiden und Sanitärbereich saniert, ein Kinderspielplatz angelegt. Kassendienst, Grünanlagenpflege und Reinigung übernahmen die Vereinsmitglieder ehrenamtlich. Das half, die Personalkosten der Stadt drastisch zu reduzieren.
Die Anerkennung kam von mehreren Seiten: 1993 verlieh das Jugendamt dem Bad das Prädikat „Kinderfreundlich“, 1994 folgte der Gesundheitspreis der AOK. Die Bushaltestelle „Am Ringelbusch“ wurde von den Stadtwerken offiziell in „Freibad Eckbusch“ umbenannt.
Die Kostendeckung des Freibads hat sich seit Bestehen des Vereins um etwa 52 % verbessert, die Gästezahlen sind um rund 50 % gestiegen. Aufgrund der Haushaltssituation hat die Stadt das Bad 2010 aufgegeben. Seitdem unterstützt der Förderverein den Betrieb durch die wirtschaftlich eigenständige Freibad Eckbusch gemeinnützige Betreibergesellschaft mbH.